24.03.2012

Wer haftet beim Unfall mit dem Firmenwagen?

Hamburger Abendblatt 24./25.3.2012

Frage: Ich habe seit neustem einen Firmenwagen. Dürfen Familienmitglieder ihn auch nutzen? Wer müsste haften, wenn jemand von uns am Sonntag eine Beule hineinfährt?

Die Antwort auf die erste Frage hängt davon ab, ob in Ihrer Firma eine Dienstwagenregelung existiert, in der die Modalitäten der Firmenwagennutzung genau festgelegt sind. Nur wenn es derartige Regelungen in Ihrer Firma gibt und dort die Nutzung des Firmenwagens durch Familienangehörige ausdrücklich erlaubt wird, dürfen diese auch mit dem Fahrzeug fahren. Besteht eine derartige Erlaubnis nicht, kann ich Ihnen  nur dringend davon abraten, Ihren Firmenwagen anderen Personen zur Verfügung zu stellen.

Besteht für Ihr Fahrzeug eine Vollkaskohaftpflichtversicherung, würde diese im Falle eines Schadens wohl die Kosten für die Reparatur des Fahrzeugs tragen. Ihr Arbeitgeber kann dann aber von Ihnen die Erstattung der Kosten für die Selbstbeteiligung verlangen. Wurde für Ihr Fahrzeug aber keine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, haben Sie bei Privatfahrten Ihrem Arbeitgeber  den Schaden zu erstatten, den Sie schuldhaft an seinem Fahrzeug verursacht haben.

Anders ist die Rechtslage, wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug im Rahmen einer dienstlich veranlassten Tätigkeit einen Unfall verursachen. In diesem Fall erfolgt bei der Festlegung der Haftungshöhe eine Abwägung der Gesamtumstände wie etwa der Grad des Verschuldens des Arbeitnehmers, die Höhe des Schadens und die Höhe des Arbeitsentgelts des Arbeitnehmers. Auch hier kann ins Gewicht fallen, wenn der Arbeitgeber für das Fahrzeug keine Kaskoversicherung abschließt. Dies kann dazu führen, dass der Arbeitnehmer wiederum nur in Höhe der Selbstbeteiligung haftet, die bei Abschluss der Versicherung zu vereinbaren gewesen wäre.
 

 

 

Aktuelle Presseartikel

Hamburger Abendblatt 16./17.12.2017 Die Leserfrage: Ich habe in den letzten fünf Jahren von meinem Arbeitgeber mit der Novemberabrechnung immer eine Sonderzahlung erhalten, die in den ersten drei Jahren 4.000 Euro und in den letzten beiden Jahren...
Hamburger Abendblatt 28./29.10.2017 Die Leserfrage: Ich habe einem Außendienstmitarbeiter gekündigt und diesen gleich bis zum Ablauf seiner sechs-monatigen Kündigungsfrist freigestellt. Nun weigert er sich, seinen Firmenwagen...
hmbr-grg 2018-02-22 wid-65 drtm-bns 2018-02-22