22.11.2003

Kleidung muß dem Beruf entsprechen

Hamburger Abendblatt 22./23.11.2003

Immer wieder kommt es zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern zu Meinungsverschiedenheiten über die angemessene Kleidung am Arbeitsplatz.

Im Allgemeinen wird ein Arbeitgeber keinen Einfluss auf die Kleidung seiner Arbeitnehmer nehmen können, sofern diese nicht gezwungen sind, Schutzkleidung zu tragen. Ein Arbeitnehmer ist jedoch verpflichtet, sein Äußeres den Gegebenheiten des Arbeitsverhältnisses anzupassen.

Arbeitet ein Arbeitnehmer beispielsweise im Verkauf von Waren gehobenen Standards, ist sein Arbeitgeber kraft seines Direktionsrechts berechtigt, ihm zu untersagen, in Gegenwart von Kunden in Jeans, Turnschuhen, mit offenem Kragen, ohne Krawatte und ohne Sakko aufzutreten. Nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts Hamm (AZ: 13 Ta BV 36/91) erwartet ein Arbeitgeber von seinen im Verkauf von gediegenen Möbeln tätigen Arbeitnehmern zu Recht, dass sie bei Gesprächen mit Kunden entsprechend gepflegt und in einer Art und Weise gekleidet auftreten, wie es dem von dem Arbeitgeber festgelegten Charakter der Produkte entspricht.

Die gleichen Grundsätze dürften auch für Banken und andere Bereiche gelten, in denen höherwertige Dienstleistungen angeboten werden. Die Wahl der Kleidung hängt somit von der ausgeübten Tätigkeit und der Branche ab, in der der Arbeitnehmer tätig ist.

Hat ein Arbeitgeber mit seinem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung über das Tragen von Uniformen und anderer Dienstkleidung abgeschlossen, sind die betroffenen Arbeitnehmer auch verpflichtet, die vorgeschriebene Dienstkleidung zu tragen. Wird hiergegen verstoßen, kann nach vorheriger Abmahnung eine Kündigung des Arbeitnehmers gerechtfertigt sein.
 

Aktuelle Presseartikel

Hamburger Abendblatt 16./17.12.2017 Die Leserfrage: Ich habe in den letzten fünf Jahren von meinem Arbeitgeber mit der Novemberabrechnung immer eine Sonderzahlung erhalten, die in den ersten drei Jahren 4.000 Euro und in den letzten beiden Jahren...
Hamburger Abendblatt 28./29.10.2017 Die Leserfrage: Ich habe einem Außendienstmitarbeiter gekündigt und diesen gleich bis zum Ablauf seiner sechs-monatigen Kündigungsfrist freigestellt. Nun weigert er sich, seinen Firmenwagen...
hmbr-grg 2018-01-16 wid-79 drtm-bns 2018-01-16