19.10.2002

Erkrankung unverzüglich mitteilen

Hamburger Abendblatt 19./20.10.2002

Um unnötige Auseinandersetzungen mit seinem Arbeitgeber zu vermeiden, sollte ein Arbeitnehmer bei einer Erkrankung unbedingt seine Anzeigepflicht beachten. Nach § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz sind alle Arbeitnehmer verpflichtet, ihrem Arbeitgeber ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Unverzüglich bedeutet ohne schuldhaftes Zögern. Die Anzeige muss daher regelmäßig am ersten Tag während der ersten Betriebsstunden erfolgen.

Da eine besondere Form nicht vorgeschrieben ist, kann die Anzeige mündlich, fernmündlich oder schriftlich vorgenommen werden. Sie kann auch durch Familienangehörige oder Dritte erfolgen. Wichtig ist nur, dass der Arbeitgeber während der ersten Betriebsstunden von der Arbeitsunfähigkeit seines Mitarbeiters erfährt.

Dauert die Krankheit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauf folgenden Arbeitstag vorzulegen. Das heißt also, der Arbeitnehmer muss die ärztliche Bescheinigung spätestens am vierten Kalendertag vorlegen, es sei denn, dies ist kein Arbeitstag. In diesem Fall verlängert sich die Frist auf den nächsten Arbeitstag.

Der Arbeitgeber kann die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung aber auch schon zu einem früheren Zeitpunkt verlangen. Häufig enthalten Arbeitsverträge entsprechende Formulierungen, so dass Arbeitnehmer schon früher einen Arzt aufsuchen müssen. Die Zustellung der Bescheinigung kann per Post oder durch einen Boten erfolgen. Da die Fristen des Gesetzes sehr knapp sind, ist es häufig am sinnvollsten, die ärztliche Bescheinigung durch einen Boten zuzustellen, um Probleme zu vermeiden.

Verletzt der Arbeitnehmer seine Pflichten, kann im Wiederholungsfalle nach vorheriger Abmahnung eine Kündigung durch den Arbeitgeber gerechtfertigt sein.
 

Aktuelle Presseartikel

Hamburger Abendblatt 16./17.12.2017 Die Leserfrage: Ich habe in den letzten fünf Jahren von meinem Arbeitgeber mit der Novemberabrechnung immer eine Sonderzahlung erhalten, die in den ersten drei Jahren 4.000 Euro und in den letzten beiden Jahren...
Hamburger Abendblatt 28./29.10.2017 Die Leserfrage: Ich habe einem Außendienstmitarbeiter gekündigt und diesen gleich bis zum Ablauf seiner sechs-monatigen Kündigungsfrist freigestellt. Nun weigert er sich, seinen Firmenwagen...
hmbr-grg 2018-01-16 wid-79 drtm-bns 2018-01-16